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Prof. Dr. emer. Aloys Leber

 

Am 28. August 2014 ist Aloys Leber im Alter von 92 Jahren verstorben. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung 1986 war er Professor für das Fach Heilpädagogische Psychologie unter besonderer Berücksichtigung therapeutischer Verfahren am Institut für Heil- und Sonderpädagogik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main.

Von 1952 an brachte er als Psychologe und Psychoanalytiker Psychoanalyse in Institutionen für Jugendhilfe und Soziale Arbeit zur Geltung. Seit seiner Übernahme der Leitung des heilpädagogisch-psychotherapeutischen Hermann-Luppe-Heimes der Stadt Frankfurt/Main im Jahre 1961 war er maßgeblich am Wiederentstehen der Psychoanalytischen Pädagogik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und am Aufbau der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Hessen beteiligt. Zahlreiche Publikationen und zwei eigene Schriftenreihen sowie die Gründung des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik spiegeln sein hohes Engagement für die theoretische Verbreitung wie praktische Anwendung psychoanalytischen Verstehens auf dem Gebiet der Heil- und Sonderpädagogik.

Das „Programm“ der Psychoanalyse, Menschen die Bedingungen ihres eigenen Handelns verfügbar zu machen, galt Aloys Leber als oberstes Ziel einer Pädagogik, die sich der Kinder und Jugendlichen mit sogenannten Verhaltensstörungen, der sozial Benachteiligten und der Menschen mit Behinderungen annimmt. Stets legte er Wert auf eine tiefenhermeneutische Herangehensweise, die danach fragt, was sie von ihrer Befindlichkeit mitteilen, wie sie sich in die jeweilige Situation mit anderen einbringen und diese Interaktion „szenisch“ gestalten. Sein Verdienst war es, das szenische Verstehen und den fördernden Dialog für die pädagogische Praxis nutzbar gemacht zu haben. In diesem Sinne ist Aloys Leber dezidiert die Entwicklung der Psychoanalytischen Heilpädagogik zu verdanken.

Wir verlieren mit ihm einen Pionier der Psychoanalytischen Pädagogik und einen großartigen Kollegen.

 

Prof. Dr. Manfred Gerspach, Hochschule Darmstadt

und

Sigmund-Freud-Institut
(Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber und Kolleginnen und Kollegen)

Frankfurter Arbeitskreis für Psychoanalytische Pädagogik
(Prof. Dr. Annelinde Eggert-Schmid Noerr und Kolleginnen und Kollegen)

 

Programm und Beiträge zur Festtagsveranstaltung anläßlich des
90. Geburtstages von Prof. Dr. emer. Aloys Leber

Prof. Dr. Aloys Leber - Portraitaufnahme

Danksagung

Im November 2011 ist Aloys Leber 90 Jahre alt geworden. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung 1986 war er Professor für das Fach Heilpädagogische Psychologie unter besonderer Berücksichtigung therapeutischer Verfahren am Institut für Heil- und Sonderpädagogik der Goethe-Universität.

Leber brachte von 1952 an als Psychologe und Psychoanalytiker Psychoanalyse in Institutionen für Jugendhilfe und Soziale Arbeit zur Geltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich als Leiter des heilpädagogisch-psychotherapeutischen Hermann-Luppe-Heimes der Stadt Frankfurt (von 1961 an) am Wiederentstehen der Psychoanalytischen Pädagogik in Deutschland und am Aufbau der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Hessen beteiligt. Zahlreiche Publikationen und zwei eigene Schriftenreihen sowie die Gründung des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik spiegeln sein hohes Engagement für die theoretische Verbreitung wie auch die praktische Anwendung psychoanalytischen Verstehens auf dem Gebiet der Heil- und Sonderpädagogik. Das Programm der Psychoanalyse zielt darauf, Menschen die Bedingungen ihres eigenen Handelns verfügbar zu machen. Dies gilt Aloys Leber als oberstes Ziel einer Pädagogik, die sich der sozial Benachteiligten, der Verhaltensgestörten und der Menschen mit Behinderung annimmt.

Sein Verdienst ist es, das szenische Verstehen und den fordernden Dialog für die pädagogische Praxis nutzbar gemacht zu haben. Diese Form des tiefenhermeneutischen Verstehens fragt danach, was jemand von seiner Befindlichkeit mitteilt, wie er sich in die jeweilige Situation mit anderen einbringt und diese „szenisch“ gestaltet. In diesem Sinne ist Leber dezidiert die Entwicklung der Psychoanalytischen Heilpädagogik zu verdanken.

 

Manfred Gerspach

veröffentlicht im UniReport (Frankfurt) 45 (2012), Heft 1 (9.2.2012)

 

Weitere Beiträge zur Festtagsveranstaltung anläßlich des 90. Geburtstages von Prof. Dr. emer. Aloys Leber finden Sie unter

Programm zur Feier 90. Geburtstag

Begrüßungsrede „Post für Herrn Leber“

Die Frankfurter Schule der Psychoanalytischen Pädagogik

Szenisches Verstehen in der Schule

Impressionen der Festtags-Feier

Dankesbrief von Prof. Dr. Leber

 

 

 

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